2008/2009

4. Landesweiter Schülerzeitungswettbewerb 2008/09

2008 nahmen 31 Schülerzeitungen teil, davon

  • 10 von Grundschulen,
  • 6 von Förderschulen,
  • 9 von Regionalen Schulen,
  • 5 von Gymnasien und
  • 1 von einer beruflichen Schule.

Eine Liste aller teilnehmenden Zeitungen befindet sich weiter unten.In der Jury saßen Christine Kirchner (Bildungsministerium), Philip Schroeder (Schweriner Volkszeitung), Marina Spreemann (Nordkurier), Lennart Plottke (Ostsee-Zeitung), Johannes Wander („kleinkariert“, Preisträger des Vorjahres), Marieke Sobiech (Fotografin und Journalistin), Marie Kutzer (JMMV, Schülerzeitungsveteranin), Tino Höfert (JMMV, Schülerzeitungsveteran) und Patrick Schimpke (JMMV, Moderator der Beteiligungswerkstatt). Ausgeschrieben war neben den Preisen für die verschiedenen Schularten ein Sonderpreis für „kritische Recherche“, der dazu ermuntern sollte, vom Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch zu machen.

Die Preisverleihung fand diesmal in Schwerin statt. Über 100 ß-Macher und -Macherinnen waren zunächst Gast im Gebäude der Schweriner Volkszeitung. In zwei Gruppen stellten sich die Redaktionen gegenseitig ihre Zeitungen vor und konnten auch Profis von der SVZ Fragen stellen. Nach dem Mittagessen ging es dann mit der Straßenbahn ‚rüber zum Schweriner Schloss, wo der mit bunten Kühen geschmückte Festsaal schon auf die flinken Schreiberlinge wartete. Vom Bildungsminister Henry Tesch, der als Schirmherr des ß-Wettbewerbs fungierte, durften alle Preisträger persönliche Glückwünsche entgegennehmen:

Preisträger + Laudationes in der Kategorie Grundschulen

Siegertreppchen Grundschulen1. Preis: „BRIT“ von der Grundschule Tutow

Laudatorin: Marieke Sobiech, Fotografin und Journalistin

Liebe Brit,

Mensch, bist du groß geworden. Es ist schon eine ganze Weile her, als ich dich das erste Mal in den Händen hielt. Damals warst du nur halb so groß und hast nicht einmal ein Viertel von dem gewogen, was ich heute sehe.

Jetzt bist du voll mit spannenden Inhalten, deine Artikel sind von Schülern, teils sogar auf dem Computer, geschrieben, und zeigen zusammen mit vielen Fotos, was an deiner Schule so alles passiert. Selbst die Rätsel sind keine Kopien mehr aus anderen Zeitschriften, sondern selbst entworfen. Du hast mittlerweile, wie es sich für eine richtige Schülerzeitung gehört, ein Inhaltsverzeichnis, ein Impressum, und sogar ein Vorwort. Da kann sich manch erwachsene Schülerzeitung wirklich noch etwas abgucken.

Liebe Brit, du bist jetzt vier Jahre alt und wirst mit jeder Ausgabe größer und besser. Dabei geholfen haben deine Redakteure Lisa, Lilly, Pia Luisa, Til, Paul und Philip und die Lehrerin Frau Sägebrecht. Die Jury des 4. ß-Schülerzeitungswettbewerbs freut sich sehr, dass ihr unsere Anmerkungen und die gemeinsamen Ideen aus den vergangenen Jahren aufgegriffen und umgesetzt habt – ein tolles Ergebnis ist dabei herausgekommen. Wir gratulieren euch und der Grundschule Tutow zum ersten Preis der Grundschulen in Mecklenburg-Vorpommern. Herzlichen Glückwunsch!

2. Preis: „Stensen-Kurier“ von der Niels-Stensen-Grundschule Schwerin

Laudator: Philip Schroeder, Redakteur SVZ Schwerin

Der „Stensen-Kurier“, der an der Niels-Stensen-Schule in Schwerin erscheint, ist ein alter Bekannter beim Schülerzeitungswettbewerb. Auch diesmal haben die Zweit-, Dritt- und Viertklässler die Jury des Wettbewerbes überzeugt.

Es ist ein richtiges kleines Magazin, dass die Stensen-Schüler da regelmäßig auf die Beine stellen. Ein Titel-Thema gibt es und verschiedene weitere Stücke, die alle auf dem Titelbild angerissen werden – in klarer Hierarchie. Jeder Leser weiß also sofort, was in der aktuellen Ausgabe wartet. In der bewerteten Ausgabe haben die Redakteure des „Stensen-Kurier“ mit einer Titelgeschichte über die älteste Lehrerin an ihrer Schule und einem Special über alte Zeiten, etwa das antike Rom oder das Alte Ägypten, einen sehr guten Eindruck gemacht. Es gibt aber auch kurze Meldungen und Interviews aus dem Schulgeschehen, Rätsel und Witze.

Der „Stensen-Kurier“ entsteht im Rahmen eines „ZA“, wie an der Stensen-Schule die von Eltern geleiteten „Zusätzlichen Unterrichtsangebote“ oder Arbeitsgemeinschaften heißen. Wer ins Impressum guckt, sieht: Offenbar haben sich die Nachwuchs-Redakteure eine Profi-Journalistin als Unterstützung geholt. Das ist völlig okay. Auch okay ist, dass in diesem Blatt viele krakelige Zeichnungen und noch schräge Collagen-Layouts zu finden sind. Denn der „Stensen-Kurier“ ist immer noch eine von Kindern für Kinder gemachte Zeitung. Eine zudem gut gemachte Zeitung. Dafür gibt es im Schülerzeitungswettbewerb 2009 den zweiten Preis in der Kategorie Grundschulen. Herzlichen Glückwunsch.

3. Preis: „Paule“ von der Neumühler Schule Schwerin

Laudator: Johannes Wander, Preisträger des Vorjahres mit der Schülerzeitung „kleinkariert“

10 Jahre Neumühler Grundschule Schwerin! Grund genug für die „Paule“-Redaktion, bestehend aus Schülern der 3. und 4. Klasse, die Entwicklung der Schule und ihrer Schüler etwas genauer zu betrachten, zu fragen: „Was gefällt euch an unserer Schule?“ und über das Kinderfest anlässlich des Jubiläums zu berichten.

Aber auch Nachrichten außerhalb der Schulwände werden von den Redakteuren aufgegriffen und bearbeitet: So finden sich Artikel zur Wahl Obamas oder der gegenwärtig stattfindenden Bundesgartenschau in Schwerin im Heft wieder. Ein Heft, das zu alldem noch mit einem schönen und konsequent durchgehaltenen Layout glänzt und in Farbe erscheint. Die selbst gemalten Bilder auf dem Titel und in der Zeitung runden das Bild zusammen mit handschriftlich verfassten Artikeln ab und machen den „Paule“ zu einer vielfältigen, sehr gelungenen und vor allem authentischen Grundschulschülerzeitung!

Auch strukturell beeindruckt die „Paule“-Redaktion: Wöchentliche Treffen, Diskussionen zu den einzelnen Artikeln mit späterer Überarbeitung oder auch ein eigenes Fotoarchiv können sich sehen lassen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass sowas nicht einmal alle gymnasialen Schülerzeitungen organisiert bekommen.

Gratulation zu eurer Arbeit und dass das Schülerzeitungsprojekt an eurer Schule schon seit einigen Jahren so toll funktioniert! Wir als Jury wollen das mit einem hart umkämpften 3. Platz für euch würdigen. Herzlichen Glückwunsch.

Sonderpreis „Schulreporter“: „Schülerzeitung“ der M.-A.-Nexö-Grundschule Greifswald

Laudator: Tino Höfert, Schülerzeitungsveteran und Vorstandsmitglied im JMMV

Zwei der wichtigsten Kategorien für die Jury des Schülerzeitungswettbewerbs sind die Darstellung des Schullebens und das Wirken als Interessenvertretung für die Schülerschaft. Natürlich sollen unsere jungen Blattmacher auch den Blick über den Tellerrand wagen. Doch was sie so einzigartig macht, ist das Auge auf die eigene Suppe: Die Artikel und Beiträge, die das tägliche Geschehen an der Schule festhalten, widerspiegeln und kommentieren. Der Schülerrat der Greifswalder Nexö-Schule weiß, wie das funktioniert:
Ihre Schülerzeitungsseiten werden von allen Klassen mitgestaltet und so ist vom ABC-Schützen bis zum angehenden Nachwuchsphysiker für jeden etwas dabei.

Umfangreich und locker informieren sie über Schülervertreter, Projekttage und Angebote der Halbtagsschule. Wer sich in der Pause austoben will, kann sich an den vielen Rätseln erfreuen oder mit der exklusiven Ergebnistabelle bei der Nexö-Fussballliga mitfiebern. Und auch mit euren Tipps zu Kummertelefonen und Chat-Sicherheitsregeln zeigt ihr, wie wichtig ihr eure Rolle als Schulreporter seht.

Wir drücken euch die Daumen, dass ihr weiterhin so motiviert und kreativ eure Mitschüler informiert. Und wenn ihr dann bald schon einen „richtigen“ Namen habt, sehen wir uns sicherlich beim nächsten Wettbewerb wieder. Doch nun: Kompliment und Applaus zum Sonderpreis „Schulreporter“ für die Schülerzeitung der Nexö-Grundschule Greifswald!

Preisträger + Laudationes in der Kategorie Förderschulen

Siegertreppchen Förderschulen1. Preis: „Schülerzeitung“ der Pestalozzischule Parchim

Laudator: Johannes Wander, Preisträger des Vorjahres mit der Schülerzeitung „kleinkariert“

Weihnachten in Russland, Polen, der Türkei und England; Informationen über die neue Hausordnung; ein Gespräch mit der Schulsozialarbeiterin – die Novemberausgabe der Schülerzeitung Pestalozzischule Parchim bietet ihren Lesern so einiges und lässt mit Sicherheit keine Langeweile aufkommen. Mit vielen Ideen und einem großartigen Schulbezug erstellt die Redaktion eine Zeitung, die jeden Schüler über wichtige, aktuelle Themen vor Ort informiert und zum Nachdenken, Rätseln und auch Mitmachen anregt.
So wird zusammen mit der Leserschaft Name und Logo für das Blatt gesucht, werden neue Schüler vorgestellt und willkommen geheißen und über die vergangenen Projekttage berichtet.
Die zahlreichen Schriftbeiträge, eine breite Auswahl von journalistischen Stilformen und die aufwändige Setzung überzeugten uns. Ihr habt bewiesen, dass eine Schülerzeitung an einer Förderschule in keiner Weise anderen Zeitschriften an Regionalschulen, Gesamtschulen oder auch Gymnasien nachstehen muss!
Bewahrt euch eure Kreativität und tragt weiterhin Sorge, dass ein wichtiges Kommunikationsinstrument wie eure Schülerzeitung, besonders an einer Förderschule, weiterhin Bestand hat.
Den fleißigen Redakteuren der Pestalozzischule Parchim gebührt mit ihrer Arbeit in der Kategorie „Förderschulen“ der 1. Platz beim diesjährigen Schülerzeitungswettbewerb.
Herzlichen Glückwunsch und viel Erfolg für die Zukunft!

2. Preis: „Der Kobold“ von der Förderschule Behrenhoff

Laudator: Patrick Schimpke, Moderator für Kinder- und Jugendbeteiligung beim JMMV

Bei Wikipedia steht: „Der Kobold ist ein Hausgeist, der das Haus schützt, aber seine Bewohner gerne neckt, allerdings ohne Schaden anzurichten.“ Ich weiß nicht, wie die Schüler der Förderschule „Am Park“ aus Behrenhoff darauf gekommen sind, ihre Schülerzeitung „Kobold“ zu nennen. Vielleicht passt der Name gut zu den Schülerinnen und Schülern dieser Schule. Vielleicht mögen sie es, ihre Lehrer und Kameraden öfter mal zu ärgern, und doch sind sie tief in ihrer Seele froh, dass es ihre Schule gibt.

Die Schülerzeitung „Kobold“ allerdings neckt oder ärgert niemanden. Sie informiert, und sie unterhält ihre Leser und Leserinnen. Der „Kobold“ ist dick, und man erfährt alles Wissenswerte über das Schulleben, oder zumindest fast alles. Außerdem gibt es Interviews, lehrreiche Rätsel, und man kann sogar Yoga mit dem Kobold lernen!

Besonders gefallen hat der Jury, dass viele Artikel wirklich die Handschrift der Schüler tragen. Sie wurden nicht von übereifrigen Lehrern sprachlich glatt gebügelt. Immerhin ist es eine Schülerzeitung! Schülerinnen und Schüler sind es auch, die im Kobold ihre Meinung sagen und aufklären, zum Beispiel Malte Krefta mit seinem Appell gegen das Rauchen. Oder Maik Boldog, der einen ganzen Artikel lang seine Mitschülerinnen und Mitschüler darauf hinweist, wieviel Glück sie eigentlich mit ihrer Schulleiterin Frau Schmid haben.
Sicher riskiert Maik damit, dass seine Mitschüler ihn einen Streber oder Lehrerliebling nennen. Maik, das finde ich wirklich mutig von dir, dass du trotzdem deine Meinung sagst.

Auf ein paar der interessanten Beiträge macht der Kobold schon auf seinem Titelblatt aufmerksam – so gehört es sich für eine gute Zeitung. Insgesamt freue ich mich, den Behrenhoffern jetzt zurufen zu können: „Herzlichen Glückwunsch zum zweiten Platz!!!“

3. Preis: „Das bunte Jahr“ von der Schule zur individuellen Lebensbewältigung Ferdinandshof

Laudator: Michael Seidel, Chefredakteur Nordkurier

Eintagsfliegen – damit geben sich die Ferdinandshofer nicht ab. Sie setzen lieber auf Dauerhaftes. Und so liegt nun auch schon die fünfte Ausgabe der Schülerzeitung „Das bunte Jahr“ zum Wettbewerb vor, die von der Abschluss-Stufe A3 gestaltet wird.

Und bunt ist euer Blatt tatsächlich. Es erzählt in Bildergeschichten vom Leben an der Schule, vom ZISCH-Projekt mit dem Nordkurier etwa oder vom Tag der offenen Tür. Der Leser sieht der Zeitung sofort an, dass ihr als Redakteure euch bei jedem Ereignis an der Schule Gedanken gemacht habt, wie ihr in eurem Heft davon berichtet.

Besonders gefallen hat der Jury auch der Beitrag über das Energie-Projekt. Sehr anschaulich ist in Wort, Bild und grafischen Elementen gezeigt, wie viel Wasser manchmal nur beim Händewaschen gedankenlos verschwendet wird.

Dass die Reaktion auf euer Blatt in der Schule noch nicht ganz so groß ist wie erhofft, sollte euch nicht entmutigen. Gut Ding will eben Weile haben. Herzlichen Glückwunsch zum 3. Platz beim Schülerzeitungswettbewerb!

Preisträger + Laudationes in der Kategorie Regionale Schulen

Siegertreppchen Regionale Schulen1. Preis: „Knuutsch“ von der Werner-von-Siemens-Schule Schwerin

Laudator: Philip Schroeder, Redakteur SVZ Schwerin

Als Au-Pair in die USA, ein Interview mit einem eben nicht rechtsextremen Skinhead, ein Erfahrungsbericht aus der „Emo“-Szene und mit den Tattoos natürlich das Thema Body-Art, ein sehr persönliches Interview über Beziehungen, ebenso aber ein Stück über Barack Hussein Obama, ein Erfahrungsbericht aus dem Kindergartenpraktikum, ein Stück über den Projekttag und so weiter und so fort… Es ist ein ziemlich vielfältiges Angebot, dass die Redaktion der „Knuutsch“ an der Schweriner Werner-von-Siemens-Schule für die Novemberausgabe zusammengestellt hat. Das ist schon mal beeindruckend.

„Knuutsch“ war schon mehrfach beim Schülerzeitungswettbewerb dabei und die Jury kann deshalb sehr wohl erkennen, dass die Redaktion stets daran arbeitet, ihr Blatt weiter zu entwickeln. Die Schülerzeitung mit einer Auflage von 70 bis 100 Exemplaren entsteht als Produkt eines Wahlpflicht-Kurses der 10. Klasse und stemmt volle vier Ausgaben pro Jahr. Respekt! Die „Knuutsch“-Redaktion hat sogar einen eigenen Raum samt Computertechnik.

Was der Jury gefallen hat? Die Vielfalt der Themen natürlich, aber auch, dass die Artikel in eine klare Ressortstruktur eingeordnet werden. Viele Stücke sind aus der Ich-Perspektive geschrieben, das klingt ungewohnt. Wir fanden die Texte authentisch, spannend, interessant und nah am Leser. „Knuutsch“ bietet eine Menge Lesestoff, vier mal im Jahr interessante Themen und einen ungewohnten Ton. Das ist der Jury den ersten Preis in der Kategorie Regionale Schulen wert. Herzlichen Glückwunsch.

2. Preis: „ClaRo“ von der Regionalen Schule Lübtheen

Laudator: Patrick Schimpke, Moderator für Kinder- und Jugendbeteiligung beim JMMV

Sollte ich die ClaRo mit zwei Wörtern beschreiben, es wären die Wörter: Gute – Laune. Bereits durch ihr peppiges, knallbuntes Layout steckt diese Zeitung die Leser mit ihrer Fröhlichkeit an. Und wenn man die ClaRo liest, findet man fast alles, was Spaß macht: Quizfragen, CD-Tipps, Grüße von Schülern an Schüler, Witze und – sogar eine komplette Foto-Story! Bemerkenswert ist, dass sich die Redaktion der Regionalen Schule Lübtheen nicht mit 08/15-Überschriften zufrieden gibt. So heißt der Bericht über das Sportfest natürlich nicht „Unser Sportfest“, was gähnend langweilig wäre, sondern „Schulrekorde trotz Sauwetter“. Das motiviert zum Lesen. Besonders, wenn es so knallig layoutet ist, wie es ist.

Sicher könnten die Artikel ausführlicher sein. Lange Texte sind nicht die Stärke der ClaRo. Aber dafür sind die Texte, die drin sind, ausgezeichnet formuliert. Qualität statt Quantität – das ist die Stärke der ClaRo. Von den meisten anderen Zeitungen heben sich die Lübtheener außerdem durch eine Seite ab, auf der Schüler mal so richtig ihre Meinung sagen können. In der Dezember- Ausgabe zum Beispiel hält Max Neumann seinen Finger in die Wunde. Schonungslos beschreibt er den schlechten Zustand der Lübtheener Skaterbahn. Das finden wir gut, denn wir glauben, dass Schülerzeitungen mehr zu sagen haben als „wir sind mit allem zufrieden!“ Denn wenn Probleme von niemandem ausgesprochen werden, dann werden sie auch erst recht von niemandem gelöst. Wir hoffen, dass sich auch andere Zeitungen davon inspirieren lassen, so dass auch sie sagen, was ihnen stinkt. Gute Argumente dürfen dabei natürlich nicht fehlen.

Innerhalb von nur 2 Monaten hat die Redaktion der Regionalen Schule Lübtheen eine ausgewogene, witzige Zeitung hergestellt. Wir gratulieren herzlichst zum verdienten 2. Platz!

3. Preis: „Blind Date“ von der Landesschule für Blinde und Sehbehinderte Neukloster

Laudatorin: Christine Kirchner, Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur M-V

Sehr originell ist der gewählte Name der Schülerzeitung „Blind Date“ – er zeigt, wie selbstbewusst und humorvoll die Schülerinnen und Schüler sind. Die Redaktion bezieht den Schulalltag aller Schularten der Landesschule thematisch in die Zeitung mit ein. Durch die Inhalte werden alle Schülerinnen und Schüler über Projekte, Vorhaben und besondere Höhepunkte informiert. „Blind Date“ spiegelt das gesamte schulische und außerschulische Leben der Schülerinnen und Schüler umfangreich wieder. Besonders hervorzuheben sind das Aufgreifen von Texten des Sängers „Sido“ sowie der kritische Umgang mit „DSDS – Kult oder Katastrophe?“ und die Einbeziehung von Schüler- und Lehrermeinungen hierzu aus dem „Briefkasten“.

Die Zeitung ist klar strukturiert; insgesamt greifen die Themen des Inhaltsverzeichnisses das Hauptthema dieser Ausgabe („Es gibt ein Leben nach der Schule“) immer wieder auf. Besonders gut gelungen sind die Interviews mit ehemaligen Schülerinnen und Schülern.
Das Titelbild ist themenbezogen, es gibt einen gelungenen Wechsel von Bild und Text. Die äußerliche und bildliche Gestaltung einer Schülerzeitung stellt für die Schülerinnen und Schüler der Landesschule für Blinde und Sehbehinderte eine besondere Herausforderung dar, die sie mit der vorliegenden Ausgabe gut bewältigt haben. Sprache und Stil sind schülerrelevant und ansprechend. Die Eigenleistung der Schülerinnen und Schüler kommt gut zum Ausdruck.

Es wird durch die Beiträge sehr deutlich, dass „Blind Date“ als Interessenvertretung aller Schülerinnen und Schüler der Landesschule dient.

Hervorzuheben ist auch der doppelte Aufwand der Veröffentlichung: die Zeitung wird den blinden Schülerinnen und Schülern als CD- Rom in gesprochener Form und schriftlich, als „klassische“ Schülerzeitung zugänglich gemacht.

Preisträger + Laudationes in der Kategorie Gymnasien

Siegertreppchen GymnasienHier wurde diesmal kein erster, sondern zwei zweite Preise verliehen. Die letzten noch vorhandenen Schwächen zu beheben und dann beim nächsten Mal verdient auf Platz 1 zu liegen – dazu ermunterte die Jury beide zweitplatzierten Redaktionen. Nichtsdestotrotz verdienen sie auch jetzt schon große Anerkennung, wie die Laudationes beweisen.

2. Preis: „Steinzeit“ vom Albert-Einstein-Gymnasium Neubrandenburg

Laudator: Michael Seidel, Chefredakteur Nordkurier

Manchmal muss eine Veränderung einfach sein – und auch der „Steinzeit“ hat das neue Kostüm gut getan. Aber nur den Look aufzupeppen, das kann auch leicht zur Mogelpackung werden. Deshalb ist es super, dass ihr auch Wert auf Neues im Innenleben eures Blattes gelegt habt.

Ein Freiheitsheft – in dem das Thema Freiheit in vielen Facetten beleuchtet wird – die Idee hat bei der Jury Anerkennung gefunden und euch auf den 2. Platz des Schülerzeitungswettbewerbs gebracht. Ein toller Erfolg und vielleicht auch ein Ansporn, am Ball zu bleiben, um beim nächsten Mal den Sprung ganz nach vorn an die Spitze zu schaffen.

Ein kleiner Tipp: Schülerzeitungsredakteure sollen den Blick natürlich über den Tellerrand heben – aber sie dürfen auch in der eigenen Schule, im eigenen Lebensumfeld den Finger kritisch auf die Wunde legen. Was haben zum Beispiel Kopfnoten mit Freiheit zu tun?
Themen gibt es ganz bestimmt noch jede Menge für euch, also keine Scheu. Aber das kann bis morgen warten, heute wird erst mal gefeiert – herzlichen Glückwunsch zu eurem 2. Platz.

2. Preis: „Stichling“ vom Friderico Francisceum Bad Doberan

Laudatorin: Marieke Sobiech, Fotografin und Journalistin

Der „Stichling“ ist besonders. Speziell. Jedes Jahr, wenn mir der Postbote im Dezember das einzige Paket in der Weihnachtszeit bringt, das JMMV-Päckchen mit den Schülerzeitungen des Wettbewerbs, fällt mir beim ersten Durchstöbern automatisch der „Stichling“ in die Hände. Das liegt nicht nur am handlichen Format, mit dem es der „Stichling“ irgendwie immer schafft, zwischen den „Großen“ durchzurutschen, nein, eher sich durchzudrängeln. Das liegt immer auch am ansprechenden Titel mit seinen verheißungsvollen Themen und der durchgängig professionellen Aufmachung, die unter den Schülerzeitungen in MV in dieser Art immer noch ziemlich einzigartig ist.

Klar, dem „Stichling“ sieht man an einigen Stellen an, welche Zeitschriften seine Macher sonst noch so in ihrer Freizeit lesen. Und vielleicht steckt in dem ein oder anderen Bad Doberaner Redakteur durchaus die – nicht aussichtslose – Ambition, irgendwann die eigenen Texte im „big brother“ „Neon“ zu lesen. Doch der „Stichling“ hat jenseits aller inspirierenden Einflüsse von außen sein eigenes, kantiges Profil. Und das seit vielen Jahren. Diese Kontinuität beizubehalten ist gerade bei Schülerzeitungen immens schwer – und daher umso bewundernswerter. Dieses „da weiß man, was man hat“ zeigt sich in gelungenen, sehr kreativen Überschriften, in einer gut besetzten Fotoredaktion und vor allem in anspruchsvollen Themen, die anschaulich und verständlich überregionale und internationale Inhalte vermitteln, die manchmal nicht einmal die „Tagesschau“ bringt.

Liebe Stichlinge, ihr wisst, dass ihr gut seid. Aber seht den heutigen Preis auch als Ansporn. Als Ansporn, den ein oder anderen Text etwas objektiver zu gestalten, bei der Themenfindung die Geschichten vor der Haustür nicht außer Acht zu lassen, und als Plädoyer für eine zweite Rechtschreibkontrolle. Dann kann ich mich im kommenden Dezember wieder über ein zusätzliches Weihnachtsgeschenk freuen. Die Jury des 4. ß-Schülerzeitungswettbewerbs gratuliert der „Stichling“-Redaktion des Gymnasiums Friderico Francisceum in Bad Doberan zum zweiten Platz der Gymnasien in Mecklenburg-Vorpommern. Herzlichen Glückwunsch!

3. Preis: „ecole-Ah!“ von der ecolea – Internationale Schule Schwerin

Laudator: Patrick Schimpke, Moderator für Kinder- und Jugendbeteiligung beim JMMV

Die Preisträgerin des dritten Preises in der Kategorie „Gymnasien“ ist eine ungewöhnliche gymnasiale Schülerzeitung. Das hat viel damit zu tun, dass sie an einem ungewöhnlichen Gymnasium entsteht. Zum Beispiel wird an der Schweriner ecolea-Schule in zwei Sprachen unterrichtet. Die ecolea ist auch nicht vom Staat gegründet worden, sondern von Privatleuten. Vor allem gibt es sie noch nicht einmal seit vier Jahren. Deshalb gibt es an der Schweriner ecolea bis jetzt auch bloß fünfte bis achte Klassen, keine älteren. Dass die Zeitung der ecolea, die ecole-Ah!, von einer relativ jungen Redaktion gemacht wird, wissen wir zu schätzen. Nun könnte man denken, jüngere Kinder und Jugendliche würden sicherlich viel weniger Artikel pro Ausgabe schreiben als ihre älteren Kollegen aus anderen Zeitungen. Die 5. Ausgabe der ecole-Ah! versteht es, mit ihren siebenundzwanzig unterschiedlichen Beiträgen dieses Vorurteil zu widerlegen. Wer sie gelesen hat, weiß alles, was in der letzten Zeit in der Schule passiert ist. Damit hat die ecola-Ah! ein wichtiges Ziel von Schülerzeitungen erreicht. Außerdem erfährt der Leser aber auch Interessantes, das nichts mit der Schule zu tun hat. Zum Beispiel, dass es nicht nur Olympia und die Paralympics gibt, sondern auch olympische Spiele für gehörlose Sportler und sogar für geistig behinderte Menschen. Das Ganze ist mit vielen guten Fotos illustriert, die auch layoutmäßig passend in den Text eingearbeitet sind. Wo es wichtig ist, finden wir treffende Bildunterschriften. Sehr witzig und originell fanden wir die letzte Seite mit dem Test „Wie gut kennt ihr eure Lehrer?“ Er funktioniert so: Auf der Seite sieht man selbst gemalte Bilder von fünf Lehrern. Sie sind beschriftet mit a), b), c), d) und e). Man muss nun sehr unterschiedliche Fragen beantworten wie: „Welcher dieser Lehrer kann allen Lehrern auf den Kopf spucken, weil er so groß ist? Welcher dieser Lehrer sagt gerne das Wort ‚jetze‘? Welcher hat immer Ohrringe an, die zum Outfit passen?“ Und so weiter. Bei so viel Lesespaß, Information und Fleiß können wir zu eurer Zeitung wirklich nichts anderes sagen als „ecole-Aaaaah!!!!“

Preisträger + Laudationes in der Kategorie berufliche Schulen

Siegertreppchen berufliche Schulen1. Preis: „IT-Spicker“ vom IT-College Putbus

Laudator: Tino Höfert, Schülerzeitungsveteran und Vorstandsmitglied im JMMV

Ein wenig überrascht waren wir als Jurymitglieder ja schon: Nur EINE EINZIGE Schülerzeitung der Berufsschüler in MeckPomm erreichte unser JMMV-Büro Ende November, um am Wettbewerb teilzunehmen. Die Jury hätte es sich durchaus einfach machen können: „Nur eine einzige Einsendung? Na gut, dann ist das halt die Erstplatzierung.“ Denn ohne Konkurrenz auch kein Konkurrenzkampf. Punkt. Aus. Ende.

Doch dem war nicht so. Glücklicherweise wissen die Berufsschüler von Deutschlands größter Insel, was eine gute Schülerzeitung ausmacht: Interessante Artikel und ein frisches Layout. Vielfarbig, elegant und professionell gestaltet präsentiert sich der „IT-Spicker“ seinen Lesern.

Knackig zeigt er, was seine Macher bewegt: Unter Titeln wie „Hausordnung – Pflicht oder Unsinn?“ oder „Immer dieser Einheitsbrei“ setzen sich die jungen Redakteure kritisch und umfangreich mit aktuellen Themen auseinander. „Wir informieren euch“ – das ist euer Slogan. Wir möchten gern noch mehr von euch informiert werden, denn die Goldmedaille hat sich der „IT-Spicker“ – trotz fehlender Konkurrenz – redlich verdient. Wir sind gespannt auf eure Zukunft. Herzlichen Glückwunsch zum 1. Platz in der Kategorie Berufsschule!

Preisträgerin + Laudatio des Sonderpreises „Kritische Recherche“

1. Preis: „Und keiner kennt PISA“ von Helene Utpatel (Stichling, Friderico Francisceum Bad Doberan)

Laudatorin: Marieke Sobiech, Fotografin und Journalistin

Ein mulmiges Bauchgefühl breitet sich aus, als ich den Artikel „Und keiner kennt PISA“ von Helene Utpatel lese. Ein Jahr lang war das Redaktionsmitglied des „Stichling“, der Schülerzeitung des Bad Doberaner Gymnasiums Friderico Francisceum, als Austauschschülerin in Schweden, dem Land, bei dem das Kopfkino automatisch rote Holzhäuser und viel, viel Wasser abspult. Nach der Rückkehr schildert Helene ihre Erfahrungen in einem fremden Schulsystem, das ihr scheinbar viel näher und besser liegt als das eigene, das deutsche. Beim Lesen der Unterschiede zwischen deutschen und schwedischen Lehrmethoden geht das Kopfkino weiter und unangenehme Erinnerungen kommen hoch: Die Rede ist a) vom hektischen Durchblättern der Hefter in der viel zu kurzen Pause, um sich b) in letzter Sekunde auf die immerfort drohenden mündlichen Leistungskontrollen erfolglos vorzubereiten, nachdem sich c) die Inhalte aus dem monotonen Vortrag der letzten Stunde verzweifelt gegen die Festsetzung im Hirn gewehrt haben. Sie erzählt von der Einteilung der Schüler in „schlau, halbschlau und weniger schlau“. Na, erkannt? Richtig, hier spricht die Autorin vom deutschen Bildungssystem. Helene vergleicht dieses mit ihrem schwedischen Schulalltag auf Zeit – und der klingt so viel besser. Ein Beispiel: „In Deutschland gibt der Lehrer sein Wissen an die Schüler weiter – in Schweden wird es sich gemeinsam erarbeitet“. So hätte ich mir das damals auch gewünscht, signalisiert mein Bauch, der sich nur mühsam beim Gedanken an vergangene Schulzeiten wieder beruhigt.

Was mein Kopf sich indes beim Lesen gewünscht hätte, wäre eine etwas differenziertere Darstellung des deutschen Bildungssystems, auch der Lösungsansätze, um die sich die Verantwortlichen hierzulande bemühen. Der Text indes lebt vor allem von der eigenen Meinung der Autorin, von den Kommentaren, die naturgemäß die Sache ganz subjektiv darstellen. So fehlt dem Artikel zwar an manchen Stellen ein etwas tiefergehender Kontext, doch Helene macht auf unterhaltsame Weise ein elementares Thema greifbarer und transportiert mit ihrer bildhaften Sprache die alltäglichen Sorgen deutscher Schüler. Genau das kommt in Schülerzeitungen häufig viel zu kurz. Helene Utpatel erhält für ihren Artikel „Und keiner kennt PISA“, erschienen in der Winterausgabe 2008 des „Stichling“, von der Jury des 4. Schülerzeitungswettbewerbs den Sonderpreis für „Kritische Recherche“. Herzlichen Glückwunsch!

Liste aller teilnehmenden Zeitungen:

Grundschulen

  • BRIT (Grundschule Tutow)
  • Friedenspost (Friedensschule Schwerin)
  • Kiebitz (Dr.-Otto-Steinfatt-Grundschule Wittenförden)
  • Nordbote (Grundschule Ost Neubrandenburg)
  • Paule (Neumühler Schule Schwerin)
  • Schülerzeitung (M.-A.-Nexö-Grundschule Greifswald)
  • Smily (John-Brinckman-Grundschule Rostock)
  • Stensen-Kurier (Niels-Stensen-Grundschule Schwerin)
  • Tarnowkids (Rudolf-Tarnow-Grundschule Rostock)
  • Taschenbote (R.-Bartels-Grundschule Schwaan)

Förderschulen

  • Das bunte Jahr (Schule zur individuellen Lebensbewältigung Ferdinandshof)
  • Das Schülerblatt (Sprachheilpädagogisches Förderzentrum Schule Am Alten Markt Rostock)
  • Der Kobold (Förderschule Behrenhoff)
  • Filofax (FIL Zirchow)
  • Klosterspatzen (Sil-Dobbertin-Schule)
  • Schülerzeitung (Pestalozzischule Parchim)

Regionlae Schulen

  • Blind Date (Landesschule für Blinde und Sehbehinderte Neukloster)
  • ClaRo (Regionale Schule Lübtheen)
  • Gingster Welle (Regionale Schule Gingst)
  • Hagebutte (Don-Bosco-Schule Rostock)
  • Inselgörn (Regionale Schule Vilte)
  • Knuutsch (Werner-von-Siemens-Schule Schwerin)
  • Schüler News for Kids (Regionale Schule Neukloster)
  • Schülerzeitung (Neumühler Schule Schwerin)
  • Schulrettungsring (Schule am Gotthunskamp Röbel/Mürit

Gymnasien

  • ecole-Ah! (ecolea – Internationale Schule Schwerin)
  • Exmonte (Gymnasium Am Sonnenberg Crivitz)
  • Steinzeit (Albert-Einstein-Gymnasium Neubrandenburg)
  • Stichling (Friderico Francisceum Bad Doberan)
  • Unique (Eldenburg-Gymnasium Lübz)

Berufliche Schulen

  • IT-Spicker (IT-College Putbus)

Medienpartner und Sponsoren waren:

Medienpartner:

  • Nordkurier
  • Ostsee-Zeitung
  • Schweriner Volkszeitung

Sponsoren:

  • Deutsches Jugendherbergswerk
  • FC Hansa Rostock
  • Hansano
  • Ozeaneum Stralsund
  • Pfadfinderbund Mecklenburg-Vorpommern e.V.
  • Phänomenta Usedom
  • Schmetterlingsfarm Trassenheide
  • Volkstheater Rostock
  • Zoo Rostock