JMMV – Geschichte


Über 25 Jahre JMMV

2018: Der JMMV wird 25

1993 fing alles an: eine Hand voll medienbegeisterter Jugendlicher setzte sich zusammen und gründete den Jugendmedienverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. – kurz JMMV.
Seitdem ist viel Zeit vergangen, doch die Idee ist die gleiche: in ehrenamtlicher Arbeit vertritt der JMMV die Interessen von jungen Medienmachenden aus Mecklenburg-Vorpommern.

Am 24. August 2018 feiern wir unsere Jubiläumsfete – der JMMV wird 25 Jahre alt. Da wird es Zeit zurückzublicken, auf das, was in den letzten Jahren passiert ist.

Impression aus dem ersten JMMV-Büro im Gründungsjahr 1993

Der JMMV bleibt sich treu – Großveranstaltungen und Medienworkshops

Seit der Vereinsgründung war die Schülerzeitungsarbeit ein wesentlicher Bestandteil der ehrenamtlichen Arbeit des JMMV. So ist es noch heute. Aber auch weitere Projekte und Ideen haben sich über Jahre hinweg etabliert:

Seit 2004 suchen wir beim Schülerzeitungswettbewerb jährlich die besten Ausgaben und Artikel des Landes. In der Zeit hat sich einiges getan: Neue Zeitungen sind entstanden, manche Redaktion ist gewachsen, andere sind geschrumpft, digitale Möglichkeiten können die gedruckten Nachrichten ergänzen oder ersetzen. Doch der Schülerzeitungswettbewerb und seine Grundidee sind geblieben: Jedes Jahr können Redaktionen aus allen Schularten mitmachen, gegeneinander antreten, voneinander lernen und Preise gewinnen. Highlight jeder Wettbewerbsrunde ist die feierliche Preisverleihung, an der jedes Jahr rund 120 Schülerzeitungsmachende teilnehmen. Mit Unterstützung unserer Veranstaltungspartner und Förderer können wir den Redaktionen tolle Preise für die Schülerzeitungsarbeit verleihen, in spannenden Workshops Tipps verteilen und individuelles Feedback geben. [www.jmmv.de/szwettbewerb]

In diesem Jahr fuhren wir bereits zum 21. Mal nach Schwerin zum Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern. Dort beziehen wir unser Redaktionsbüro und arbeiten an unserem filmab! Magazin. Im Rahmen des filmab!-Workshops lernen Jugendliche in der ehrenamtlichen Redaktion kritischen Journalismus und den Alltag einer Redaktion kennen. In fünf Tagen entstehen fünf Magazine – liebevoll gestaltet und gefüllt mit eigenen Filmrezensionen, Interviews, Berichten zum Rahmenprogramm und anderen Einblicken hinter die Kulissen des Filmfestivals. [www.filmab.jmmv.de]

Neben den beiden Großveranstaltungen stellt der Jugendmedienverband jedes Jahr viele weitere tolle Workshops auf die Beine. Dabei entscheiden die jugendlichen Aktiven selbst, auf welche Themen sie Lust haben. Beliebt sind Fotografie-Workshops wie FotoAnalog oder FotoDigital oder Workshops beispielsweise zu Layout, Schülerzeitung, Siebdruck, Radio und Hörspiel.

Foto-Workshop 2014

Der JMMV mischt sich ein und hakt nach – Anti-Zensur-Kampf und Beteiligung

Von wegen Politikverdrossenheit: Mit unserem unabhängigen Magazin wahlweise haben wir Lust auf demokratische Beteiligung gemacht. wahlweise erschien im Vorfeld der Landtagswahlen, im Jahr 2011 als Printmagazin und 2016 in Form eines Onlinemagazins. Die Inhalte reichten dabei von der Beschreibung des Wahlverfahrens über die Vorstellung junger Landtagskandidat*innen bis hin zu weiteren Themen, die junge Menschen rund um die Landtagswahl interessieren. Sie sollen den Zugang zur Landespolitik erleichtern. [www.wahlweise.jmmv.de]

Bereits in der zum zehnten Geburtstag verfassten JMMV-Geschichte heißt es: „Besonders wichtig ist der Anti-Zensur-Kampf des Jugendmedienverbandes. Im Frühjahr 1997 begannen wir den Kampf gegen die Vorzensur von Schülerzeitungen. Im Frühjahr ’97 wurde das neue Schulgesetz für Mecklenburg-Vorpommern verabschiedet. Das war Grund genug, um zusammen mit der GEW, den Studentenräten, dem KreisschülerInnenrat Rostock und vielen weiteren Organisationen unseren Protest zu zeigen. Uns war insbesondere der neue Paragraph zu Schülermedien ein Dorn im Auge. Das neue Gesetz gestattet es Schulleitern nun noch direkter, Schülerzeitungen und vergleichbare Medien zu zensieren.“

Dagegen kämpfte der JMMV, 2000 war es geschafft: Die Zensur von Schülerzeitungen ist dank des Einsatzes des JMMV in Mecklenburg-Vorpommern verboten. Nötig war dafür eine Novellierung des Schulgesetzes, die daraufhin von uns mit der Kampagne „Mach Deine Klappe auf“ bekannt gemacht wurde.
Als Interessenvertretung aller jungen Medienmachenden engagieren wir uns nach wie vor gegen die Zensur durch Schulleitung o.ä. Im Herbst 2012 wandte sich Elisa, Chefredakteurin der Schülerzeitung Inselgörn von der Inselschule Hiddensee, an uns. Sie stellte dem Bürgermeister kritische Fragen zu seiner wohlmöglichen Stasi-Vergangeheit und seiner Haltung zum Rechtsextremismus, woraufhin dieser die Veröffentlichung des Interviews verbieten wollte – sogar der SPIEGEL berichtete über den Fall. Wir berieten Elisa und legten den Info-Flyer gegen Zensur von Schülerzeitungen neu auf. Die Jury des Schülerzeitungswettbewerbs 2012/2013 würdigte Elisa mit dem Sonderpreis “Kritischer Journalismus” und lobte ihr Engagement und ihr kritisches Nachfragen.

Beteiligungsmoderatorin Katharina Bluhm bei der Ideenwerkstatt des KiJuPa Wismar 2015

Der JMMV ist einer der Projektpartner der Beteiligungswerkstatt und beschäftigt eine Beteiligungsmoderatorin. Als Projekt des Landesjugendrings M-V und der Jugendverbände fördert die Beteiligungswerkstatt seit 2001 die Partizipation von Kindern und Jugendlichen. Sie begleitet, berät und schult Mitarbeiter*nnen aus Verwaltung, Politik, Schule, Jugendarbeit und Jugendverbänden. Kinder und Jugendliche werden von uns in der Planung und Umsetzung von Beteiligungsprozessen und -projekten unterstützt, beispielsweise bei den Vernetzungstreffen der Kinder- und Jugendparlamente und -beiräten oder beim Projekt Jugend im Landtag. [www.beteiligungsblog.de]

Der JMMV probiert Neues – Digitales, Analoges und neue Projekte

Wir sind ständig auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, uns auszuprobieren, zu beteiligen und (Neue) Medien zu machen.
Der JMMV ist auf Sozialen Netzwerken wie Twitter, Instagram und Facebook angemeldet. (Wir waren sogar mal kurzzeitig auf Google+) Nachrichten teilen wir unter anderem über unseren Telegram Channel. Auf ein paar Veranstaltungen im letzten Jahr haben wir Vlogs gedreht, die auf unserem YouTube-Kanal zu sehen sind.

Nicht nur digital, sonder auch in der echten Welt probieren wir neue Formate und Plattformen aus. Seit Februar 2018 veranstalten wir die Mediensnacks. Mit den Mediensnack-Treffen wollen wir euch einmal im Monat in die Welt der Medien locken und gemeinsam Neues und Bekanntes erkunden. Mit unseren regelmäßigen Treffen in Rostock und Greifswald biete wir euch einen Raum , in denen ihr euch in ungezwungener Atmosphäre über verschiedene Themen austauschen könnt. [www.jmmv.de/mediensnacks]

2017 gründeten wir gemeinsam mit dem Landesjugendring M-V die Landesinfostelle Schülerzeitung – kurz LiSZ – die Schülerzeitungen im gesamten Bundesland bei Fragen und Problemen berät und unterstützt.
Im Rahmen von LiSZ wird euch und euren Unterstützer*innen (das sind die Lehrer_innen, Schulsozialarbeiter*innen, Eltern, etc., die euch beim Machen eurer Schülerzeitung betreuend zur Seite stehen) ein breites Angebot an Veranstaltungen und Seminaren angeboten. Eines der Highlights in diesem Jahr ist der ß-kongress, bei dem junge Medienmachende die Möglichkeit haben, Workshops mit professionellen Journalist*innen und Referent*innen zu besuchen und sich auszutauschen. [www.schuelerzeitung-mv.de] [www.szkongress.jmmv.de]

Der JMMV ist ein Verein engagierter Jugendlicher – Spaß vorprogrammiert!

Der Jugendmedienverband ist eine Gemeinschaft von engagierten Jugendlichen, die seit 25 Jahren verschiedene Projekte, Veranstaltungen und Wettbewerbe zu Themen, die ihnen am Herzen liegen, auf die Beine stellen. Seit vielen Jahren geschieht das unter dem Motto „Gemeinsam Wellen schlagen.“
Zusammen planen wir unsere kleinen und großen Vorhaben – dabei kommt der Spaß aber nie zu kurz. Auf unseren Sommerfesten und Weihnachtsfeiern verreisen wir gemeinsam, spielen, backen und kochen. Getanzt wird auch, denn die Diskopause lockert jedes noch so arbeitsreiche Aktiventreffen auf.


Geschichte zum 10. Jubiläum

Gegründet im Dezember 1993 kann der Jugendmedienverband Mecklenburg-Vorpommern mittlerweile auf eine über zwanzigjährige Geschichte zurückblicken. Hier findest du einen kleinen Abriss der Vereinsgeschichte, die zum zehnjährigen Bestehen entstanden ist.

Schülerzeitungen, junge Radiomacher, Videogruppen, Internetfreaks etc., sie alle wollen mit ihren Medien verändern und aufmerksam machen. Seit der Wende 1989 gibt es eine sich immer farbenfroher entwickelnde Jugendmedienlandschaft in Mecklenburg-Vorpommern.

An vielen Schulen entwickelten sich in kürzester Zeit vielfältige und ideenreiche Zeitungsprojekte. In den ersten Jahren war allerdings ein ständiges „Kommen und Gehen“ der Schülerzeitungen zu verzeichnen. Nur wenige können auf eine Tradition von sechs Jahren zurückblicken. Insgesamt haben sich aber an etwa 50% der Schulen in Mecklenburg- Vorpommern feste Jugendzeitungen etabliert.

Andere Medien wie Radio, Video, aber auch Mailboxen kamen im Zusammenhang mit der Modernisierung von Schulen und Freizeiteinrichtungen hinzu. Die Medien werden sowohl im Neigungsunterricht, in einer schulischen Arbeitsgemeinschaft oder aber eigenverantwortlich von den Jugendlichen produziert.

Die Macher einiger Zeitungen sahen aber schon bald die Grenzen ihres Schaffens. Probleme wie Zensur durch Direktoren oder mangelnde Werbekundschaft zeigten sich. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis sich im Dezember 1993 der Jugendmedienverband Mecklenburg-Vorpommern als Selbstorganisation von jungen Medienmachern aus dem ganzen Land gründete.

Der Kontakt untereinander für den Ideen- und Meinungsaustausch, aber auch Serviceleistungen wie Seminare oder kompakte und billige Recherchematerialien spielten dabei mindestens eine genauso wichtige Rolle, wie das gemeinsame Auftreten gegenüber Behörden, Institutionen und anderen Einrichtungen des öffentlichen Lebens.

Etwa 380 Jugendliche aus circa 100 Jugendmedienprojekten stehen derzeit mit dem Verein in Kontakt. Natürlich will und kann der Jugendmedienverband nicht das Alleinvertretungsrecht aller Jugendmedienmachern beanspruchen. Er ist aber eine Plattform, die für vielfältige Ideen und Interessen genutzt werden kann. Genauso selbstverständlich ist, dass lange nicht alle jungen Medienmacher des Landes im Verein aktiv sind.

In der über Zehnjährigen Vereinstätigkeit hat der Verein eine Vielzahl von Weiterbildungsveranstaltungen angeboten. Einen bedeutenden Teil nehmen dabei die Seminare für Schülerzeitungsredakteure ein. Grundlagenseminare vermitteln in allen Bereichen grundlegende Kenntnisse, bei Aufbauseminaren können Kenntnisse in speziellen Workshops vertieft werden (z.B. Recherche, Computerlayout, Recht, Finanzen, Rhetorik). Weiterhin gibt es Radio-, Video-, und DFÜ- Seminare. Auch thematische Seminare werden angeboten. Sie befassen sich mit Themen wie Toleranz, Religion oder Bildungspolitik, damit die jungen Medienmacher umfassend informiert sind.
Besonders wichtig ist der Anti-Zensur-Kampf des Jugendmedienverbandes. Im Frühjahr 1997 begannen wir den Kampf gegen die Vorzensur von Schülerzeitungen. Im Frühjahr ’97 wurde das neue Schulgesetz für Mecklenburg-Vorpommern verabschiedet. Das war Grund genug, um zusammen mit der GEW, den Studentenräten, dem KreisschülerInnenrat Rostock und vielen weiteren Organisationen unseren Protest zu zeigen.

Uns war insbesondere der neue Paragraph zu Schülermedien ein Dorn im Auge. Das neue Gesetz gestattet es Schulleitern nun noch direkter, Schülerzeitungen und vergleichbare Medien zu zensieren. Zum neuen Schuljahr 1998/1999 sind wir endlich am Ziel der Wünsche vieler Jugendmedienmacher angekommen – die Vorzensur wurde durch die Landesregierung abgeschafft! Ein neues freies und demokratisches Medienzeitalter wird beginnen.

Zum Abschluß soll noch einmal darauf hingewiesen werden, daß alle Arbeit im Jugendmedienverband ausschließlich ehrenamtlich und nur von Jugendlichen selbst erfolgt.

Für weitere Informationen zur vergangenen Arbeit und zu den Zukunftsvisionen des Vereins stehen dir unsere Aktiven jederzeit zur Verfügung.